Month: März 2024

CVJM Posaunenchor

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„Quis cantat – bis orat“

 

Vor einigen Jahren wurde in einem Prominenten-Special von „Wer wird Millionär“ folgende Frage gestellt: „In der Urfassung welchen Liedes wird neben Weihnachten auch Ostern und Pfingsten besungen?“ a) Alle Jahre wieder b) O du fröhliche c) Stille Nacht d) Leise rieselt der Schnee

Hätten Sie’s gewusst? Ich wusste es nicht, aber die Antwort gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist das Lied „O du fröhliche“. Das ist ein Lied, das ich persönlich sehr gerne auch an Ostern oder Pfingsten singen würde!

Johannes Daniel Falk schrieb den Text als „Allerdreifeiertagslied“. Nachdem er selbst vier seiner zehn Kinder an der Typhusseuche verloren hatte, gründete er in Weimar das „Rettungshaus“ für verwahrloste Kinder. Diesen widmete er das Lied 1816. Dabei lautete die 2. Strophe:  O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Osterzeit – Welt liegt in Banden, Christ ist erstanden.

Was für ein schönes Osterlied! Unsere heute bekannten und an Weihnachten gesungenen Strophen 2 und 3 stammen von Heinrich Holzschuher, einem früheren Gehilfen Falks. So wurde es 1826 als Weihnachtshymnus bekannt. Eigentlich schade, wie ich finde. Da ist uns etwas verlorengegangen. An Weihnachten bekomme ich jedes Jahr Gänsehaut, wenn in der Kirche die Lichter gelöscht werden und die Gemeinde nach dem Segen stehend „O du fröhliche“ singt, begleitet von der Orgel mit allen Registern und dem Posaunenchor mit Oberstimme. Aber vielleicht würde genau diese Stimmung auch wieder verloren gehen, wenn das Lied auch an Ostern und Pfingsten gesungen würde? Ich weiß es nicht. Aber falls unsere Hauptamtlichen mal nicht entscheiden können, welches Lied an Ostern gesungen werden soll, hätte ich da einen Vorschlag…

Die Melodie des Liedes stammt vermutlich aus Sizilien. Bereits 1792 wurde sie für einen Marienhymnus verwendet. In unserem Gesangbuch finden wir das Lied unter der Nummer 44. Aus dem Posaunenchoralbuch spielen wir einen vierstimmigen Satz von Johannes Kuhlo in Es-Dur. Es ist ein wunderbares „Einstiegslied“ für Anfänger oder Wiedereinsteiger, dass man auch nach wenigen Wochen oder Monaten des Übens bereits mitspielen kann. Herzliche Einladung! (PCM/Tabea Lübeck)

 

 

Ostertanke am 22/03/2024 von 19-22Uhr

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MAK am 20/03/2024: Besuch Ostergarten Ludwigsburg

 

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CVJM Mitgliederversammlung 15/03/2024 um 19:30 Uhr

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„Quis cantat – bis orat“

Korn, das in die Erde – EG 98

Deutscher Text nach englischer Vorlage und französische Melodie, internationaler geht es kaum. In unserem Evangelischen Gesangbuch finden sich immer wieder auch Anleihen aus anderen Ländern. Heute würde man sagen: Die Künstler haben schon seit langem „gesampelt“. Ein Kirchenlied auf eine Tanz-Weise oder auf die Melodie eines Gassenhauers, das gibt es schon lange. „Es ist alles nur geklaut!“ Das Monatslied des Posaunenchors Markgröningen für den Februar „Korn, das in die Erde“ ist eine interessante Variante: Man nehme eine etwas spröde, aber einfache, eingängige Melodie eines französischen Weihnachtsliedes aus dem 15.Jahrhundert und kombiniere sie mit einem sehr lyrischen Text, der mit den Textbildern aus der Zeit von Passion und Ostern spielt: Korn, Keim, Weizen, Acker, Dornen, Felsen. Pfarrer Jürgen Henkys aus Berlin veröffentlichte in den 1970er und 1980er Jahren vor allem Liedtexte, die er frei aus anderen Sprachen übersetzte und dann noch mit Melodien aus wieder anderen Ländern kombinierte. So auch das vorliegende Lied. Es besteht aus nur zwei Melodieteilen, deren erster lebendiger, schwunghafter Teil am Ende wie ein Kehrreim nochmal wiederholt wird. In der Mitte findet sich ein rhythmisch und melodisch eher weich und lieblich gehaltener Melodieteil. Zusammengenommen entsteht ein Lied, das gut singbar und einprägsam ist. Aber nicht nur bei der Melodie lohnt es sich genau hinzuhören, gerade der Text beschreibt mit bodenständigen, bäuerlichen und gleichzeitig schönen lyrischen Bildern, wovon Passion und Ostern handeln: Nur aus einem Samen, der in die Erde gesät wird, d.h. stirbt, entsteht ein Keimling, neues Leben. Theologisch gesprochen: Tod und Auferstehung gehören zusammen. Drei Tage nach Karfreitag kommt Ostern.

Martin Strecker, PC Markgröningen

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